Samstag, 2. März 2019

Aktion „Bunte Westen“ am 16.02.2019 in Magdeburg - Zusammenfassung und Erlebnisbericht

Am 16. Februar war es soweit - mit der Aktion „Bunte Westen“ hat die Basis von Aufstehen ihre erste bundesweite Demonstration durchgeführt. Über 3000 Aufsteherinnen und Aufsteher gingen in 14 Städten im gesamten Bundesgebiet für Frieden, Umwelt, soziale Gerechtigkeit und andere Ziele von Aufstehen auf die Straße. Wie der Name schon vermuten lässt, waren sie dabei in farbigen Warnwesten bekleidet.

Auch Aufstehen Sachsen-Anhalt hat sich tatkräftig an dieser Aktion beteiligt.

Dazu trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein in Magdeburg am Alleecenter an der Ecke vom Breiten Weg und der Goldschmiedebrücke. Wir - das waren etwa über 150 Anhänger aus Sachsen-Anhalt. Bereits im Vorfeld hatten wir zwei Infozelte mit Tischen aufgebaut, um einerseits die Aktion „Rote Karte“ zu bewerben bzw. weitere rote Karten von den Bürgerinnen und Bürgern ausfüllen zu lassen, die dann im Sommer öffentlichkeitswirksam der Bundesregierung übergeben werden. Andererseits dienten die Zelte als Möglichkeit, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen, sie unter anderem durch ein Quiz zum Nachdenken anzuregen sowie Informationsflyer und Visitenkarten zu verteilen. Dieser „Checkpoint“ für den Bürgerdialog wurde von uns mit allerlei Transparenten und Bannern geschmückt, so dass er bereits von weitem gut erkennbar war. Zudem hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ihre mitgebrachten Warnwesten vor Ort mit Logos und Motiven fachmännisch besprühen zu lassen oder bereits besprühte Warnwesten zum geringen Selbstkostenpreis zu ersteigern.

Um ca. 11:45 begann die Aktion mit einer Begrüßung und Ansprache unserer Moderatorin Gisela, die mit einem Megaphon die Ziele von Aufstehen und den Ablauf der Aktion erläutert hatte. Anschließend hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst ein paar Worte an die Menge zu richten und zum Beispiel ihre Motivation zu erläutern, bei Aufstehen mitzumachen. Diese Möglichkeit wurde auch von mehreren Personen genutzt. Um ca. 12:20 setzte sich dann der Demonstrationszug zunächst Richtung Süden in Bewegung. Mit vielen Plakaten, Bannern und Transparenten sowie mit einigen Krachmachern „bewaffnet“, liefen wir den Breiten Weg entlang am Hundertwasserhaus und Domplatz vorbei. Eskortiert wurden wir dabei von einigen sehr freundlichen und hilfsbereiten Polizistinnen und Polizisten. Unterwegs hatte uns unsere Moderatorin Gisela immer wieder mit Sprechchören motiviert. Dabei hatten wir unsere mitgenommenen roten Karten bei Begriffen wie „Aufrüstung“, „Lobbyismus“ oder „Sozialabbau“ hoch nach oben gezeigt, um zu verdeutlichen, was wir von derartigen Machenschaften halten - nämlich rein gar nichts! Während unser Demonstrationszug lief, blieben einige unserer Mitstreiterinnen und Mitstreiter an den Informationszelten zurück, um den Bürgerdialog weiter fortzusetzen.

An der Ecke zur Danzstraße legte unser Zug dann eine Kehrtwende hin, wir wechselten die Straßenseite und wandten uns nun Richtung Norden. Den Breiten Weg ging es diesmal in umgekehrter Richtung entlang, wobei wir mehrere Straßen passiert hatten, bei denen die Polizei kurzzeitig den Verkehr für uns gestoppt hat. Auf unserem Weg sind wir vielen Menschen begegnet, die das schöne Wetter im Freien und in Cafes genossen haben. Mehrfach hielten wir an, um den Leuten mithilfe von Sprechchören unsere Ziele zu verdeutlichen und es wurden eifrig Visitenkarten mit Kontaktmöglichkeiten zu Aufstehen Sachsen-Anhalt verteilt. Auch hier hatten einzelne Teilnehmende unseres Demonstrationszuges stets die Möglichkeit, eigene Botschaften an uns oder die Zuschauerinnen und Zuschauer zu richten. Eine letzte Kehrtwende hatten wir dann vor dem Uniplatz hingelegt, wo wir noch einmal die Richtung gewechselt hatten, um wieder zu unserem Ausgangspunkt an der Goldschmiedebrücke zurückzukehren. Unsere Mitstreiterinnen und Mitstreiter an den Infozelten waren inzwischen auch sehr fleißig gewesen und hatten nicht nur reichlich Gespräche mit Menschen geführt, sondern auch einen ganzen Stapel ausgefüllter roter Karten gesammelt. Am Ende wurden wir noch kurz von Gisela verabschiedet, über kommende Aktionen von Aufstehen informiert und die Teilnehmenden hatten ein letztes Mal die Gelegenheit, ihre eigenen Wort an die Menge zu richten. Doch auch nach dem offiziellen Schluss der Veranstaltung blieben viele Aufsteherinnen und Aufsteher noch ein Weilchen zum gegenseitigen Austausch vor Ort, ehe die Informationszelte langsam abgebaut und die Demonstrationsmaterialien eingesammelt wurden.

Und da ein Bild bekanntlich mehr sagt als 1000 Worte, hier ein paar Impressionen dieser wirklich gelungenen Aktion:
Auch in den Medien stieß unsere Aktion auf gute Resonanz, wie die folgenden beiden Artikel beispielhaft verdeutlichen:

Volksstimme vom 16.02.2019
Mitteldeutsche Zeitung vom 16.02.2019

Als Fazit lässt sich festhalten, dass es eine wirklich gelungene und überwiegend positiv wahrgenommene Aktion gewesen ist. Wir sind gemeinsam aufgestanden, alles war friedlich und wir wurden von vielen Menschen gesehen und sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. Natürlich war unsere Anzahl noch nicht annähernd groß genug, um von einer Massenbewegung zu sprechen. Aber wir haben einen Anfang gemacht, auf dem wir in Zukunft aufbauen können und auf dem wir in Zukunft aufbauen werden!

In diesem Sinne, vielen Dank an alle Beteiligten, viele Grüße und bis zum nächsten Mal!

V.i.S.d.P. Thomas Nordhausen